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14.04.2012 15:38

Leichlinger Energiemarkt 2012

Wir freuen uns auf Ihren Besuch! Gerne beraten wir Sie ausführlich und völlig unverbindlich zu allen Baufragen.

Sonntag, 29. April 2012
Uhrzeit: 11:00 - 17:00 Uhr
Foyer des Gymnasiums Leichlingen
Am Hammer 2

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Zentralkartei Handwerksbetriebe für die Denkmalpflege -Eingetragener Betrieb-

Miteinander, füreinander!
von Fenja Jansen

Nichts ist unmöglich, dachten sich Dabringhausener Bürger und
sammelten in einem Jahr 260.000 Euro für ein Bürgerzentrum

Wermelskirchen Wenn ein Dabringhausener behauptet, in seinem Dorf sei die Welt noch in Ordnung, ist das keine Prahlerei eines Lokalpatrioten. Es ist die erstaunliche Geschichte der „Miteinander in Dabringhausen gGmbH“. Das 6.000 Seelen Dorf hat es geschafft, in nur drei Tagen Spenden in Höhe von 100.000 Euro zu sammeln. Nun nimmt dort ein neues Begegnungszentrum Formen an.
Im Oktober 2010 standen drei Dörfler vor der Dabringhausener Kirche zusammen. Ihr Blick fiel auf die seit Dezember 2008 leerstehende Gaststätte „Zum Markt“. Schade sei es, dachten Petra Felten, Michaela Mück-Hemmerich und Reiner Aug, dass das alte Fachwerkhaus langsam verfiel und noch immer ohne Pächter dastand. Besonders, weil es aufgrund seiner zentralen Lage doch das Potenzial hat, ein Treffpunkt für alle Dabringhausener zu sein. Anstatt in das übliche „Da sollte sich mal jemand drum kümmern“ zu verfallen, nahmen die Dörfler das Projekt in die eigenen Hände.
Das Haus sollte gekauft, behutsam renoviert und in einen Ort der Begegnung mit Gastronomie verwandelt werden, so der Plan. Aktionen wie Kinderkino, Ü30- Events, Jugendtreffs und Senioren-Kaffees schwebten den Machern vor. Eine siebenköpfige Gesellschaft sollte die Idee umsetzen. Neben Felten, Mück-Hemmerich und Aug waren dies Jutta Lambeck, Petra Raucamp, Dino Vieth und Dagmar Kaiser – allesamt Dabringhausener. Weitere Fachleute waren schnell gefunden, wie Ralf Stöcker aus Leichlingen, Experte für Lehmbau- und Fachwerksanierung. Alle bereit,den Gesellschaftern mit ihrem Wissen ehrenamtlich oder zu Freundschaftspreisenzur Seite zu stehen. „Ich bekam das Gefühl, dass ein Segen auf der Sache liegt. Es gab zwar Hürden, aber gleichzeitig öffneten sich uns so viele Türen“, erinnert sich Felten. Für den Gaststättenbetrieb wurden die Besitzerinnen des Restaurants „Zur alten Weiberei“, Katrin Müller und Heike Brandt, ins Boot geholt. „Der riesige Vorteil ist, dass wir durch die beiden Gasträume und den großen Saal die Möglichkeit haben, neben Gesellschaften auch andere Gäste zu bewirten“, freut sich Brandt. Speisekarte und Programm der „Alten Weiberei“ werden weitestgehend übernommen, so dass Bewährtes, vom Miesmuschel-Menü bis zum Krimi-Dinner, erhalten bleibt.
Das einzige, was den Gesellschaftern fehlte, war Kapital. Und der Termin der Zwangsversteigerung rückte näher.
An einem Donnerstagabend im November 2010 setzten sie sich eine Frist: Sollten binnen drei Tagen Spenden in Höhe von 100.000 Euro zugesagt werden, würden sie in die tiefere Prüfung einsteigen. Sonntagabend, 21:30 Uhr: Spendenstand 90.000 Euro. Eine gewaltige Summe, aber nicht genug. 21.38 Uhr: Bei Aug klingelt das Telefon, 5.000 Euro kommen hinzu. Zwanzig Minuten später ein weiterer Anruf – das Ziel ist erreicht. Im März wurde schließlich die „Miteinander in Dabringhausen gGmbh“ gegründet, im Juni das Haus gekauft.
Bis November 2011 haben sich die Spenden auf über 260.000 Euro verdoppelt.
Die ehemals verlassene Gaststätte ist nun ein Ort emsiger Betriebsamkeit. Handwerker arbeiten die alten Böden auf, renovieren Saal und Thekenbereich. Eine behindertengerechte Toilette entsteht. Insgesamt bietet die neu benannte Gaststätte „Markt 57“ rund 130 Sitzplätze. Auf der Terrasse kommen weitere 24 hinzu. Im ersten Obergeschoß befinden sich ehemalige Hotelzimmer, im zweiten liegen Räumlichkeiten, die zu einer Mietwohnung umgebaut werden könnten. Überall liegt Staub, die Dielen knarren bei jedem Schritt. Die Zeit scheint dort oben stehen geblieben zu sein, das alte Gästebuch ist Zeuge. Auf dem Speicher spukt „Erwin“, der gute Geist des Hauses. Den alten Maleranzug hat ein Handwerker im Dachgebälk hinterlassen. Tatsächlich sind die freiwilligen Helfer die guten Geister, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Über 100 Helfer haben sich an der Renovierung beteiligt, haben Tapeten von den Wänden entfernt, Holzverkleidungen und Badeinrichtungen abgetragen und rund 140 Kubikmeter Gerümpel aus dem Haus geschafft. Felten ist stolz:„Wir haben wahre Wunder vollbracht.“
Natürlich gab es zwischenzeitlich auch Diskussionen und „Kampfabstimmungen“, sowohl mit den Dabringhausenern, als auch unter den Gesellschaftern. Ein Anstoßpunkt war die Entfernung der alten Butzenfenster aus dem Schankraum. „Aber da sind wir stur geblieben“, erklärt Felten, „denn wir wollten helle Räume, die man von der Straße aus einsehen kann.“ Trotz der gedanklichen als auch örtlichen Nähe zur Kirche betont Aug, dass es sich bei ihrem Projekt um kein kirchliches handele. Im neuen Begegnungszentrum sei jeder willkommen, unabhängig von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe. „Unser Ziel ist es, den Pastor mit dem Torwart vom Sportverein an einen Tisch zu bringen“, präzisiert Felten. „Das ist nirgendwo anders möglich als hier, weil es hier Menschen gibt, die anpacken
und bereit sind, zu geben“, sagt Felten. Und weil es hier Menschen gibt, die die Gabe haben, sich selbst und andere für eine Sache zu begeistern. Eben weil die Welt in Dabringhausen noch in Ordnung ist.

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